PIERCING

Piercing (von engl. to pierce, „durchbohren, durchstechen“ über altfrz. percier und lat. pertundere, „durchstoßen, durchbrechen“) ist eine Form der Körpermodifikation, bei der Schmuck in Form von Ringen oder Stäben an verschiedenen Stellen des menschlichen Körpers durch die Haut und das darunter liegende Fett- oder Knorpelgewebe eingefügt werden.

Das gezielte Durchstechen verschiedener Haut- und Körperstellen, wie Lippen oder Ohren als traditioneller Körperschmuck wird bereits seit Jahrtausenden von zahlreichen Kulturen und Ethnien praktiziert. Die frühesten Belege in Form von Schmuck oder Zeichnungen lassen sich bis auf 7000 Jahre zurückdatieren.

Teilweise waren verschiedene Piercings wie zum Beispiel das Brustwarzenpiercing schon in früheren Jahrhunderten in Europa anzutreffen, sie blieben jedoch weitestgehend auf kleine, meist höfische Kreise beschränkte Moden, die später wieder in Vergessenheit gerieten. Lediglich das Durchstechen das Ohrläppchens fand eine weite Verbreitung. Ohrlöcher waren jedoch bis Anfang der 1970er Jahre im westlichen Kulturkreis nur bei Frauen akzeptiert und wurden meistens selber oder vom Juwelier gestochen. Eine Ausnahme hiervon bildete lediglich der Berufsstand der Zimmerleute, welche sich im Rahmen der Walz traditionell ein Ohrloch mit einem Zimmermannsnagel stechen lassen. In den 1960er Jahren brachten vor allem Hippies den Ohrschmuck von ihren Hippie trails nach Indien in den westlichen Kulturkreis.

Heutzutage hat sich das Piercing fest als modisch-kulturelles Phänomen in der modernen westliche Gesellschaft etabliert.

In meiner Ordination gibt es eine große Auswahl an Piercings, gepierct wird zumeist am Nabel, geleg. an den Lippen, Augenbrauen oder der Zunge. Diese rein medizinisch chirurgische Tätigkeit darf eigentlich nur von Ärzten ausgeführt werden, da hier exakte anatomische Kenntnisse und ein sicheres steriles Vorgehen gewährleistet sind.